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+++ Mit Martin Kind zum Kunstrasenplatz +++

| SC Haßbergen

Fußball: Samtgemeinde Heemsen erhält 400.000 Euro für neue Anlage in Haßbergen. Hannover 96-Präsident gibt Tipps für Aktionen zur
Sponsorengewinnung +++

Philipp Keßler, Die Harke

Sie wollen gemeinsam das Projekt Kunstrasenplatz in Haßbergen angehen: Siegfried Heidorn (Ehrenvorsitzender Gewerbeverein Heemsen), Mathias Krone (Mitglied Taskforce Kunstrasenplatz), Martin Kind (Hannover 96-Präsident), Oliver Gilon (SCH-Jugendleiter), Cord Behrens (SCH-Vorsitzender) und Jan-Hendrik Krohn (SCH-Kassenwart, von links).Fotos: Kessler

Eine Mischung aus Vorfreude, Ungewissheit und Ärmelhochkrempeln liegt an der Pappelkampfbahn in der Luft. Der SC Haßbergen träumt schon seit einigen Jahren von einem Kunstrasenplatz; und ist diesem Ziel nun ein deutliches Stück näher gekommen. Das liegt vor allem an der Unterstützung aus Hannover: Zum einen hat das Land Niedersachsen der Samtgemeinde Heemsen 400.000 Euro Fördergeld für das Projekt bestätigt. Zum anderen sagte Hannover 96-Präsident Martin Kind seine ideelle Unterstützung zu – denn noch ist es bis zum ersten Spatenstich ein gutes Stück Weg, die fehlende Summe muss aufgetrieben werden, mit der Fördersumme allein lässt sich das Projekt nicht realisieren. Und es benötigt politische Klarheit; der Gemeinderat muss entscheiden, ob er einen Kunstrasenplatz in Haßbergen überhaupt haben möchte.

Politik muss Zustimmung geben

Im vergangenen Herbst kehrten Samtgemeindebürgermeisterin Bianca Wöhlke, der SCH-Vereinsvorsitzender Cord Behrens und Jugendwart Oliver Gilon aus Hannover zurück. Sie hatten ihre Bewerbung auf Fördergelder für einen Kunstrasenplatz in Haßbergen abgegeben, hatten aufgrund der vielen anderen Interessenten und strengen Richtlinien allerdings kein gutes Gefühl, eine positive Antwort zu erhalten. Nun, ein Dreivierteljahr später, erreichte die Verwaltungschefin dennoch eine Zusage vom Kultusministerium über 400.000 Euro. „Das ist eine einmalige Gelegenheit, um so ein kostenintensives Projekt umzusetzen“, freut sich Wöhlke. Behrens sagt: „Wir sind extrem glücklich, dass wir die Zusage erhalten haben. Jetzt liegt es an uns, ob wir das Vorhaben in die Umsetzung bekommen.“

Detailfragen, wie beispielsweise, in welchem Zeitraum das Fördergeld abgerufen werden muss, konnte Wöhlke noch nicht beantworten, da der offizielle vollumfängliche Bescheid noch nicht eingetroffen sei. Davon unabhängig müsse sich nun jedoch die Politik entscheiden, ob sie dem Kunstrasen-Projekt eine Chance gibt. Schließlich gehört die Sportanlage sowie der Grund und Boden der Gemeinde. „Es gibt im Rat noch Bedenken bezüglich der Umweltbelastung, doch ich bin mir sicher, dass wir diese beseitigen können. Hierfür wollen wir zeitnah eine Informationsveranstaltung durchführen, bei der Experten uns beraten und Fragen beantworten“, führt Wöhlke aus.

Auch ein Flächentausch wäre noch von Nöten. Da der Bereich des jetzigen B-Platzes für die Errichtung eines Kunstrasenplatzes ungeeignet sei, solle dies südlich des Funktionsgebäudes geschehen. Weil diese Fläche jedoch wiederum zu klein sei, werde ein Stück des benachbarten Waldstücks benötigt. Laut Samtgemeindebürgermeisterin Wöhlke habe es aber bereits aussichtsreiche Gespräche mit dem Eigentümer gegeben.

96-Boss Martin Kind gibt Tipps

Der Vorstand des SC Haßbergen und die neu gegründete Taskforce Kunstrasenplatz hat bereits die Arbeit aufgenommen. An erster Stelle ihrer To-do-Liste steht die Finalisierung der Finanzlücke. Die Gesamtkosten eines Kunstrasenplatzes und der dazugehörigen Gutachten würden aktuell im Bereich zwischen 650.000 und 800.000 Euro liegen. Um sich an dieser Stelle Tipps und Know-How zu holen, nutzte der Ehrenvorsitzende des Heemser Gewerbevereins Siegfried Heidorn seine guten Kontakte und lotste Hannover 96-Präsident Martin Kind nach Haßbergen. Gemeinsam mit Vertretern des Gemeinderates und Vereinsfunktionären wurde über verschiedene Möglichkeiten diskutiert, die ausstehenden finanziellen Mittel zu akquirieren. Kind regte an, vor allem mit Sponsoren zu arbeiten. „Man darf das allerdings nicht als Einbahnstraße sehen“, hob der 77-Jährige hervor. „Sponsoren wollen sich wiederfinden und einen Mehrwert von ihrem Engagement haben.“ Zudem solle man darauf achten, Formate für drei bis fünf Jahre zu finden. „Einmalige Aktionen sind zwar schön und gut, helfen aber nur kurzfristig weiter.“

Mit großen finanziellen Unterstützungen vonseiten der Gemeinde oder der Samtgemeinde ist angesichts mauer Kassenlagen eher nicht zu erwarten, was auch Samtgemeindebürgermeisterin Wöhlke direkt unterstrich. Heidorn hingegen will solche Situationen nicht einfach hinnehmen: „Wir dürfen doch nicht immer unsere Armut beweihräuchern – es muss doch Wege und Lösungen geben.“ Das wertvolle Gut Muskelkraft müsse stärker gefordert werden, viele Dinge in Eigenleistung erbracht werden, um Kosten zu senken. Martin Kind ermutigte zudem, viele Gespräche mit verschiedensten Akteuren zu führen. „NFV, DFB, KFW – man darf nichts unversucht lassen.“

Man dürfe nicht vergessen, dass die Investition in einen Kunstrasenplatz auch eine Investition in den Nachwuchs sei. „Sportvereine müssen heute mehr bieten, als nur Gemeinschaft. Die jungen Leute wollen gute Trainer, eine qualitativ hochwertige Anlage. Das haben private Anbieter wie Fitnessstudios schon vor langem erkannt und erzielen damit gute Erfolge.“ Man müsse auch die Vorteile eines solchen Platzes herausheben, schließlich könne mit Kunstrasen ganzjährig Training angeboten werden, ohne dabei Rücksicht auf Hallenzeiten nehmen zu müssen. Zudem benötige Kunstrasen weder Mäher noch Bewässerung.

Abschließend bot sich Kind an, bei Veranstaltungen zur Sponsorengewinnung als Schirmherr zu fungieren und auch VIP-Freikarten für Spiele von Hannover 96 zur Verfügung zu stellen. Haßbergens Vorsitzender Cord Behrens freute sich: „Wenn jemand wie Martin Kind seine Unterstützung anbietet, ist das viel Wert und wird uns mit Sicherheit enorm weiterhelfen.“

Die Harke, 23.07.21

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