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Der SCH ist Pokalsieger!

| SC Haßbergen

+++ Mit Pingpong zum Henkelpott
Fußball-Kreispokal: SC Haßbergen gewinnt innerhalb von sechs Jahren das dritte Mal den Titel. Nach zähem Beginn setzen sich die Nordkreisler mit 4:0 (0:0) gegen den SV BE Steimbke II durch! +++

Philipp Keßler - Die Harke - 07.06.22

Blau-weißer Jubel in Marklohe – doch das war ja bereits im Vorfeld klar. Denn das sind die Vereinsfarben beider Klubs, die im Finale des Fußball-Kreispokals standen. Doch das Wappen des Siegers trug völlig verdient den Schriftzug: SC Haßbergen. Nach einem zähen Beginn und einer gut stehenden Defensive des SV BE Steimbke II mutierte ein Pingpong-Tor zum Dosenöffner und ebnete den klaren 4:0 (0:0)-Erfolg des Teams von SCH-Coach Tim Rehm vor weit über 1 000 Zuschauenden am Sportplatz in Marklohe.

Schon in den ersten Minuten hatte der Kreisligist aus dem Nordkreis mehr von der Partie, verschob clever und wollte sich die Steimbker ausgucken. Doch die Jungs von Trainer Falk Brinkmann standen hervorragend und zwangen die Haßberger, es immer wieder mit langen und gechipten Bällen in die Spitze zu probieren. Doch Fehlanzeige, da mangelte es zunächst an der Genauigkeit, oder ein SV BE-Akteur klärte. Ein erster SCH-Abschluss landete nach etwa zehn Minuten deutlich über dem Kasten von Brigitta-Keeper Kjell Obst. Aber auch die Steimbker kamen gefährlich vor das Gehäuse von Haßbergens Schlussmann Ruben Cordes: Nach einer Viertelstunde tankte sich Paul Wilke auf Rechts in Richtung des Tores, wurde jedoch nach Außen abgedrängt und traf anschließend nur das Außennetz.

Ball schnell wieder weg

Bei Steimbkes Angriffsbemühungen fehlte die Präzision, immer wieder war das Leder nach wenigen Pässen futsch. Beim SCH schien die Nervosität angesichts der großartigen Kulisse – samt Fangesängen, Trommeln und Signalhörnern – zu dominieren. Haßbergens beste Gelegenheit vergab Lennart Williges nach einer halben Stunde, beförderte das Spielgerät aus halbrechter Position am langen Pfosten vorbei. So ging es mit 0:0 in Pause.

Nach dem Seitenwechsel muckten die Steimbker kurz auf, kamen zu zwei Gelegenheiten, die bei Torhüter Cordes allerdings für wenig Probleme sorgten. Nach etwa einer Stunde war für Steimbkes Linus Imbach verletzungsbedingt Feierabend – „Verdacht auf Muskelfaserriss“, lautete die erste Diagnose von Coach Brinkmann nach Abpfiff.

Bergmann behält die Übersicht

Diesen kleinen Nackenschlag nutzten die Haßbergen wenige Zeigerumdrehung später eiskalt aus. Nach einer Ecke war auf einmal Pingpong angesagt: Maxim Penger köpfte das Rund mit Wums gen Steimbkes Keeper Obst, der kann nur noch die abprallen lassen, der Ball klatschte an den Pfosten und von dort aus vor die Füße von Claas Bergmann, der nur noch einschieben brauchte (64.).

Dieser Treffer veränderte alles: Auf einmal wahr das Selbstvertrauen beim Kreisliga-Topteam da, bei Steimbke hingen schon etwas die Köpfe. Somit dauerte es lediglich vier Minuten, ehe sich Michel Bultmann und Lennart Williges durchkombinierten und Letzterer auf 2:0 erhöhte. Wenig später folgte ein feiner Steckpass auf Luca Martens, der den Ball über die linke Wade des herauseilenden Obst ins Netz zimmerte (72.). Und wiederum ein dynamischer Doppelpass zwischen Williges und Jan Beermann ließ den Drakenburg-Rückkehrer frei vor dem Steimbker Kasten auftauchen – Beermann blieb ebenfalls cool und besorgte den umjubelten 4:0-Endstand (84.). Williges hatte sogar noch den fünften Treffer auf dem Fuß, allerdings klatschte sein Schuss nur an den Querbalken (85.). Damit verabschiedete er sich zeitlich vom Rasen – sein Trainer Tim Rehm wechselte ihn unter lautstarkem Applaus der vielen mitgereisten Haßberger Fans aus.

Blau-weißer Jubel

Pünktlich nach 90 Minuten pfiff Schiedsrichter Wilken Bargemann (TSV Lemke), der mit seinem Gespann um Matthias Lohmeyer (Lemke) und Marc-Oliver Reschke (SC Marklohe) souverän das Geschehen lenkte, das Finale ab. Dann gab es kein Halten mehr: Bierduschen, Konfetti, La Ola mit den Fans. „Einfach nur geil“, grinste Beermann anschließend über beide Ohren. „Anfangs hat es Steimbke echt gut gemacht, am Ende wurden sie dann etwas schwächer und das haben wir ausgenutzt!“

Claas Bergmann sagte: „Das erste Tor war der Dosenöffner, bis dahin war es sehr umkämpft. Wir hatten zwar viel Ballbesitz, haben aber nicht konsequent genug nach vorn gespielt.“ Coach Rehm, vor Bier triefend, freute sich: „Das war das zweite Mal, dass ich im Finale sein durfte. Als Spieler habe ich einmal im Endspiel gestanden und mit Drakenburg gegen Langendamm 1:5 verloren. Dass es heute geklappt hat, freut mich riesig. Die Jungs sind immer drangeblieben und haben nicht nachgelassen. Am Ende haben wir es klug und clever heruntergespielt.“

Erster Schritt zum Double?

In der Kreisliga steht der SCH aktuell nur zwei Punkte hinter Spitzenreiter RSV Rehburg – war der Pokalsieg möglicherweise der erste Schritt in Richtung Double? „Das haben wir leider nicht mehr selbst in der Hand, aber wir geben alles und versuchen, bis zum Ende mitzumischen.“

Im anderen Lager war die Enttäuschung folglich groß. Steimbkes Trainer Falk Brinkmann fasste zusammen: „Wir wollten natürlich gewinnen, aber wir haben überhaupt keinen Zugriff bekommen. Uns sind die sonst so wichtigen kleinen Nadelstiche nicht gelungen, Pässe in die Tiefe sind nicht angekommen. Haßbergen hat es gut gemacht und uns kaum in die Partie kommen lassen. Unterm Strich war es eine geile Leistung des Teams, dass wir überhaupt im Finale gestanden haben. Dafür ein dickes Lob an alle.“

SC Haßbergen: Cordes – Ali, Penger, Ubben, Safarow (76. C. Schwab) – Bultmann, Beermann (78. Ziehm), Mann, Bergmann – Williges, Martens (88. Serement).
SV BE Steimbke II: Obst – Imbach (61. Seiler), Kretschmer, Helfers, Tetens – Hesse, Theiss, Oetting, Bandemer – Stuke (80. Holstein), P. Wilke (75. L. Thies).

Torfolge: 1:0 (64.) Claas Bergmann; 2:0 (68.) Lennart Williges; 3:0 (72.) Luca Martens; 4:0 (84.) Jan Beermann.
Schiedsrichter: Wilken Bargemann (TSV Lemke).

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